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Mythen über Sterilisation und Kastration bei Hund und Katze

Kastration und Sterilisation

3 Minuten Lesezeit

Erfahre, inwiefern Kastration und Sterilisation Hund und Katze gesünder machen können, welche Mythen sich hartnäckig halten und wie du die beste Entscheidung triffst.

Als Tierhalterin oder Tierhalter – ob mit Hund oder Katze – stehst du früher oder später vor der Frage: Soll ich mein Tier kastrieren oder sterilisieren lassen? Viele Tierärztinnen und Tierärzte betonen die Vorteile, doch es gibt auch individuelle Aspekte, die sorgfältig abgewogen werden sollten. In diesem Artikel räumen wir mit den häufigsten Mythen auf und zeigen dir, worauf es wirklich ankommt. So kannst du eine Entscheidung treffen, die zu dir und deinem Tier passt – gut informiert und mit einem sicheren Gefühl.

„Mein Tier braucht einmal einen Wurf Welpen“

Stimmt nicht: Manche Menschen vergleichen Hunde und Katzen mit Kindern und glauben, das Tier müsse unbedingt einmal Nachwuchs bekommen. Tatsächlich projizieren wir dabei oft unsere eigenen Gefühle. Hunde und Katzen empfinden keinen seelischen Mangel, wenn sie keine Jungen aufziehen. Ein Wurf bringt weder gesundheitliche Vorteile noch ein erfüllteres Leben für dein Tier – im Gegenteil: Jeder unkontrollierte Wurf trägt zur Überpopulation bei.

„Mein Tier nimmt nach der Kastration stark zu“

Stimmt teilweise: Hormonelle Veränderungen können den Stoffwechsel beeinflussen, sodass kastrierte Hunde und Katzen tendenziell weniger Energie verbrauchen. Trotzdem hängt eine Gewichtszunahme in erster Linie von Futtermenge und Bewegung ab. Wenn du die Futterportionen anpasst und das Aktivitätslevel beibehältst, bleibt dein Tier schlank. Die gesundheitlichen Vorteile einer Kastration – etwa ein geringeres Risiko für Gesäuge-, Prostata- oder Gebärmuttertumoren – überwiegen in der Regel deutlich.

weißer Hund und schwarzer Hund

„Die Persönlichkeit meines Haustiers verändert sich radikal“

Stimmt nicht: Zwar nimmt Sexualverhalten – wie Streunen, Markieren oder Aggression gegenüber Artgenossen – nach der Kastration ab. Der Charakter deines Tieres bleibt jedoch erhalten: Freude am Spielen, Anhänglichkeit und Temperament verschwinden nicht. Ob dein Tier insgesamt ruhiger oder entspannter wird, hängt stark vom individuellen Wesen ab.

„Mein Hund wird ‚kein richtiger Hund‘ mehr sein“

Stimmt nicht: Dieser Mythos beruht auf einer menschlichen Sichtweise. Hunde leiden nicht darunter, ihre „Männlichkeit“ zu verlieren. Rüden verspüren nach der Kastration weder Frustration noch Traurigkeit – im Gegenteil: Viele sind ausgeglichener, weil Sexualhormone nicht mehr das Verhalten dominieren.

„Kinder müssen erleben, woher Welpen kommen“

Stimmt nicht: Für Familien mag es spannend klingen, einen Wurf mitzuerleben. Doch die Realität ist aufwendig und mit Risiken verbunden. Geburten können Komplikationen verursachen, und nicht jeder Welpe findet später ein Zuhause. Als Lernumgebung eignet sich ein Wurf daher kaum. Zeige deinen Kindern lieber mit Dokumentationen, Tierheim-Besuchen oder Pflegestellen, wie Tiere geboren werden und aufwachsen.

zwei Hunde, die sich gegenüberstehen

„Mit Zucht kann man noch Geld verdienen“

Stimmt nicht: Züchten ist teuer und aufwendig. Gesundheitschecks, tierärztliche Betreuung, Ausstattung und Aufzucht kosten viel Zeit und Geld – und besonders bei Rassen mit kurzen Schnauzen drohen Komplikationen. Selbst wenn Käufer gefunden werden, bleibt der finanzielle Aufwand hoch. Ungeplante Würfe tragen zudem zur Überfüllung von Tierheimen bei.

„Sterilisieren oder Kastrieren ist teuer“

Stimmt teilweise: Der Eingriff verursacht Kosten, die je nach Tier, Region und Praxis variieren. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt informiert dich transparent über die zu erwartenden Ausgaben – oft inklusive Narkoseüberwachung, Blutuntersuchung und Nachkontrollen.

Wichtig zu wissen: Manche Erkrankungen, die ohne Eingriff später auftreten können – etwa Gebärmutterentzündungen oder bestimmte Tumorarten – führen zu aufwendigeren und teureren Behandlungen. Eine geplante Operation ist meist besser kalkulierbar und für dein Tier deutlich schonender.

Fazit

Eine Sterilisation oder Kastration kann viele Vorteile bringen:

  • Dein Haustier lebt in der Regel gesünder und länger, weil das Risiko von bestimmten Krebsarten und Infektionen sinkt (z. B. Gesäuge-, Prostata- oder Gebärmuttertumore).
  • Unerwünschtes Sexualverhalten wie Streunen und Markieren nimmt ab.
  • Du leistest einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Streunertieren und Tierheimüberfüllung.

Ob der Eingriff im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Alter, Rasse, Gesundheitszustand und Temperament ab. Sprich offen mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt, um die bestmögliche Entscheidung für dein Tier zu treffen.

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