Artikel » Gesundheit » Krankheiten und Symptome » Ihre juckende, kratzende Katze – Alles über Hautprobleme bei Katzen

Juckende Katze? Hautprobleme erkennen und gezielt behandeln

Krankheiten und Symptome

5 Minuten Lesezeit

Erfahre, welche Hauterkrankungen Katzen betreffen – von Räude, Flöhen und Flechte bis Atopie – und wie du deiner Katze mit gezielter Pflege und dem richtigen Tierarztbesuch Linderung verschaffst.

Kaum etwas ist belastender, als eine Katze zu sehen, die sich ständig kratzt, während ihr Fellbüschel fehlen oder schuppige, gerötete Stellen sichtbar werden.

Hautprobleme bei Katzen haben viele mögliche Ursachen: Parasiten wie Flöhe und Ohrmilben, Pilzinfektionen (z. B. Flechte), Allergien (Atopie) oder seltene Milbenarten (Räude). Einige Erkrankungen sind hochansteckend und betreffen nicht nur deine Katze, sondern unter Umständen auch dich oder andere Haustiere. In diesem Artikel erfährst du, welche Auslöser es gibt, wie du Symptome erkennst und wie du gemeinsam mit deinem Tierarzt die richtige Behandlung findest.

Hautprobleme bei Katzen: Worauf du achten musst

Wenn deine Katze sich ständig kratzt, sich übermässig putzt oder kahle Stellen entwickelt, kann das auf ernsthafte Hauterkrankungen hinweisen. Manche Auslöser – wie Flohallergie oder Milben – führen zu starkem Juckreiz, andere wie Flechte oder Atopie zu Schuppen, Entzündungen und Fellverlust. Gemeinsam mit dem Tierarzt solltest du frühzeitig abklären, was dahinter steckt – das spart Zeit, Stress und lindert Beschwerden.

Probleme mit der Katzenhaut

Räude bei Katzen: Milben erkennen und behandeln

Räude wird durch verschiedene Milbenarten verursacht, die unter die Haut oder in Haarfollikel eindringen und Entzündungen auslösen. Weil Symptome wie Juckreiz, Haarausfall und gereizte, gerötete Haut denen anderer Erkrankungen ähneln, wird Räude oft verwechselt.

Diese Milbenarten kommen bei Katzen vor:

  • Ohrmilben (Otodectes cynotis): Nisten im Gehörgang und verursachen starken Juckreiz, schwarze Krusten und Entzündungen. Typisch ist häufiges Kopfschütteln und Kratzen an den Ohren. In der Schweiz besonders bei Jungkatzen und Streunern verbreitet.
  • Wanderschuppen (Cheyletiella): Diese Milben leben auf der Hautoberfläche und verursachen Schuppenbildung, Krusten und unterschiedlich starken Juckreiz – besonders entlang des Rückens. In seltenen Fällen kann es bei engem Kontakt zu Hautreaktionen beim Menschen kommen, die sich durch kurzzeitiges Kribbeln oder Rötungen bemerkbar machen.
  • Demodex-Räude (Demodex cati): Kommt bei geschwächtem Immunsystem vor – etwa durch chronische Krankheiten. Führt zu verdünntem Fell, entzündeter Haut und Juckreiz, meist im Gesicht oder an den Pfoten.
  • Sarcoptes-Räude (Sarcoptes scabiei): Sehr selten bei Katzen, aber hoch ansteckend. Ursprünglich von Hunden oder Wildtieren übertragen. Verursacht eitrige Entzündungen, massiven Juckreiz und Haarausfall – kann auch Menschen befallen.
  • Katzenkrätze (Notoedres cati): Eine seltene, aber stark juckende und hochansteckende Form. Sichtbar durch dicke, gelbliche Krusten an Kopf, Ohren und Hals. Übertragbar auf Mensch und Tier.
Wie wird Räuze bei Katzen behandelt?

Behandlung & Pflege bei Räude

Die Therapie richtet sich nach der Milbenart. Dein Tierarzt nimmt dafür in der Regel einen Haut- oder Ohrabstrich und untersucht ihn unter dem Mikroskop. Anschliessend wählt er das passende Medikament – etwa ein Spot-on-Präparat, eine orale Behandlung oder eine gezielte Waschlösung. Begleitend zur medizinischen Behandlung kannst du deine Katze durch gezielte Pflege unterstützen:

  • Regelmässiges Bürsten hilft, lose Haare und Hautschuppen zu entfernen und Veränderungen wie Krusten, Rötungen oder kleine Wunden frühzeitig zu erkennen – bei Langhaarkatzen am besten täglich.
  • Ganzjähriger Floh- und Zeckenschutz ist entscheidend: Verwende nur für Katzen zugelassene Präparate und kontrolliere nach jedem Freigang besonders Kopf, Hals und Pfoten.
  • Ein sauberes Umfeld verhindert Wiederansteckung. Wasche Katzendecken, Kissen und Kuschelhöhlen wöchentlich bei mindestens 60 °C, sauge Teppiche und Polstermöbel gründlich – denn Milben, Flöhe und ihre Eier überleben oft in der Umgebung.
  • Ernährung spielt eine Rolle: Hochwertiges Futter mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren stärkt die Hautbarriere. Sprich mit deinem Tierarzt, ob zusätzliche Ergänzungen wie Fischöl oder Spezialfutter zur Hautregeneration sinnvoll sind.
  • Stressmanagement. Übergewicht und seelische Belastung – etwa durch Umzug, neue Tiere oder Unruhe im Alltag – schwächen das Immunsystem. Achte auf ausreichend Bewegung, ruhige Rückzugsorte und feste Rituale, um deiner Katze Sicherheit und Stabilität zu geben.
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Flöhe

Flöhe sind eine der häufigsten Ursachen für Juckreiz bei Katzen. Weltweit sind über 2200 Floharten bekannt, doch in der Schweiz begegnet man vor allem dem Katzenfloh (Ctenocephalides felis). Flöhe ernähren sich vom Blut ihrer Wirte, hinterlassen allergieauslösenden Speichel in der Haut und können auch Bandwürmer übertragen. Ein einziges Flohweibchen legt täglich Dutzende Eier – so kann sich eine Flohpopulation innerhalb weniger Tage explosionsartig vermehren.

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Flohallergie-Dermatitis (FAD)

Bei manchen Katzen löst der Flohspeichel eine heftige allergische Reaktion aus, die als Flohallergie-Dermatitis (FAD) bezeichnet wird.

Symptome

Rund um Schwanzansatz, Hals und Kopf entstehen kleine Beulen, Rötungen und Krusten. Durch ständiges Kratzen und Beissen kommt es zu Haarausfall und offenen Wunden, oft begleitet von sekundären bakteriellen Infektionen.

Therapie

Flohbekämpfung: Verwende ausschliesslich für Katzen zugelassene Spot-on-Präparate oder orale Mittel.

Umgebung sichern: Gründliches Staubsaugen, Waschen von Textilien bei hoher Temperatur sowie spezielle Flohsprays für Wohnung oder Garten helfen, die Umgebung flohfrei zu halten.

Symptomlinderung: Tierärztlich verordnete Kortisonpräparate oder Antihistaminika lindern den Juckreiz, bis die Flohpopulation eingedämmt ist.

  • Prävention: Ganzjähriger Flohschutz – z. B. mit Spot-ons oder Tabletten – sowie regelmässige Kontrolle mit dem Flohkamm, besonders nach Ausflügen ins Freie.
FLOHALLERGIEDERMATITIS (FAD)

Pilzinfektionen: Ringelflechte & Hefepilze

Ringelflechte ist eine Pilzinfektion, verursacht durch Dermatophyten (z. B. Microsporum canis). Der Name ist irreführend, denn es handelt sich nicht um Würmer, sondern um Pilze, die Haut, Fell und Krallen befallen:

Atopie bei Katzen (allergische Dermatitis)

Atopie – auch als atopische Dermatitis bekannt – ist eine allergische Reaktion auf Umweltallergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmelpilze. Sie kann saisonal auftreten oder das ganze Jahr über bestehen.

  • Symptome:
    • Intensiver Juckreiz, oft an Kopf, Hals und Pfoten.
    • Häufiges Reiben, Lecken oder Beissen an den betroffenen Stellen.
    • Rötungen, schuppige Haut, manchmal Pusteln oder Krusten.
  • Diagnose:
    • Ausschlussverfahren: Der Tierarzt untersucht zuerst auf Flöhe, Räude, Ringelflechte und Nahrungsallergien.
    • Allergietest (Intradermaltest oder Bluttest), um spezifische Allergene zu identifizieren.
  • Behandlung:
    • Hyposensibilisierung (Immuntherapie): Langfristige Therapie mit Allergenextrakten, die das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnen.
    • Symptomlinderung: vom Tierarzt verschriebene Kortisonpräparate, Antihistaminika oder spezifische Medikamente gegen den Juckreiz und die Entzündung.
    • Diätmanagement: In manchen Fällen ist eine Ausschlussdiät nötig, wenn auch Futtermittelallergien nicht ausgeschlossen sind.
    • Umweltkontrolle: Häufiges Staubsaugen, Verwendung eines Luftreinigers und staubfreie Katzenstreu, um Pollen und Milben in der Wohnung zu reduzieren.

Weitere Hauterkrankungen

Bakterielle Hautinfektionen

Offene Wunden oder starkes Kratzen können dazu führen, dass sich Bakterien auf der Haut vermehren – oft sind Staphylokokken beteiligt. Sichtbare Anzeichen sind kleine, eitrige Pickelchen, unangenehm riechender Hautausfluss oder verfilztes Fell im betroffenen Bereich. Eine gezielte Wundpflege und eine vom Tierarzt verordnete Behandlung helfen deiner Katze, sich rasch zu erholen.

Katzenakne

Kinn und Unterkiefer sind typische Stellen für sogenannte Katzenakne, die vor allem bei älteren Tieren vorkommt. Du erkennst sie an schwarzen Punkten (Komedonen), entzündeten Pusteln oder geröteter Haut. Eine sanfte, regelmässige Reinigung kann helfen, die Haut zu beruhigen und die Symptome zu lindern.

Autoimmune Hauterkrankungen

Diese Erkrankungen sind zwar selten, sollten aber ernst genommen werden. Typischerweise sind Gesicht, Ohren und Pfoten betroffen – mit schuppiger Haut, Bläschen oder offenen Stellen. Eine Diagnose erfolgt durch eine Hautprobe beim Tierarzt. Bei rechtzeitiger Erkennung kann deine Katze mit einer passenden Therapie gut unterstützt werden.

Akuter Juckreiz und Notfallbehandlung

Wenn deine Katze sich plötzlich extrem kratzt, kahle Stellen oder blutige Wunden hat, kann eine kurzfristige Kortisonspritze schnelle Linderung bringen. Wichtig: Die Ursache muss dennoch unbedingt tierärztlich abgeklärt werden.

Wann zum Tierarzt?

  • Anhaltender Juckreiz: Wenn deine Katze sich länger als eine Woche intensiv kratzt oder beisst.
  • Haarausfall und offene Wunden: Schon kleine kahle Stellen können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen.
  • Ungewöhnliche Hautveränderungen: Schuppen, Krusten, eitrige Pusteln oder schwarze Pfropfen am Kinn sollten ernst genommen werden.
  • Fieber oder Appetitlosigkeit: Diese Anzeichen können auf eine systemische Infektion hindeuten.
  • Symptome bei Menschen: Wenn du oder andere Haushaltsmitglieder Hautrötungen, Juckreiz oder Ausschläge bemerken (z. B. bei Ringelflechte), kontaktiere umgehend deinen Hausarzt und Tierarzt, damit gemeinsam die passende Behandlung abgestimmt werden kann.

Fazit

Hautprobleme bei Katzen sind häufig – und oft gut behandelbar. Ob Räude, Flohallergie, Pilz oder Atopie: Eine schnelle Diagnose durch den Tierarzt und gezielte Pflege zu Hause helfen deiner Katze, sich wieder wohl in ihrer Haut zu fühlen. Achte auf frühe Anzeichen, halte Fell und Umgebung sauber und sorge für ganzjährigen Schutz vor Parasiten.

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