Katzenhaarballen entstehen, wenn dein Liebling beim Putzen lose Haare verschluckt, die sich im Magen sammeln. Obwohl es unangenehm wirkt, sind Haarballen an sich nicht ungewöhnlich – doch verstopfen sie den Darm, können sie deine Katze ernsthaft gefährden.
In diesem Artikel erfährst du, welche Ursachen hinter Haarballen stecken, wie du mit sanfter Katzenpflege und passender Katzenernährung vorbeugst und wann ein Besuch beim Tierarzt nötig wird. So bleibt deine Katze sowohl in Sachen Katzenhygiene als auch bei der allgemeinen Gesundheit rundum fit.
Was sind Katzenhaarballen und wie entstehen sie?
Der Fachbegriff „Trichobezoar“ mag kompliziert klingen, doch gemeint ist einfach der Nahrungsbrei aus verschluckten Haaren, der mit Verdauungssäften zu einer kompakten Masse verklumpt. Deine Katze reinigt sich täglich mit ihrer rauen Zunge: Dabei lösen sich beim Lecken unzählige lose Haare, die sie verschluckt. Ein Teil dieser Haare passiert den Verdauungstrakt und landet in der Katzentoilette. Bei langhaarigen Katzen wie Persern oder im Fellwechsel sammeln sich jedoch manchmal so viele Haare im Magen, dass sie zu einem Haarballen verklumpen.
Statt eines runden Klumpens ist ein typischer Haarballen meistens länglich-zylindrisch – ähnlich einer kleinen Zigarre –, weil er durch die enge Speiseröhre gepresst wird. Viele Katzen erbrechen alle ein bis zwei Wochen einen Haarball, was an sich kein Grund zur Sorge ist. Wichtig ist jedoch, ob deine Katze dabei unruhig wirkt, übermässig würgt oder gar nicht erbricht: Dann könnte ein Haarball im Darm feststecken und Probleme verursachen.

Anzeichen und Risiken von Haarballen bei deiner Katze
Wenn du deine Katze würgen hörst, kann dir das den Schlaf rauben – doch manchmal liegt kein Haarball dahinter, sondern eine andere Ursache, zum Beispiel eine Atemwegserkrankung oder Schlundverengung. Achte auf folgende Symptome, die auf einen problematischen Haarball hinweisen können:
- Unproduktives Würgen: Deine Katze würgt häufig, es kommt aber kein Haarball heraus.
- Appetitlosigkeit und Lethargie: Sie frisst nicht, wirkt matt und zieht sich zurück.
- Verstopfung oder Durchfall: Falls sich der Haarball weiter im Darm bewegt, kann er zu Verstopfung führen, später eventuell zu Durchfall.
- Häufiges Putzen: Wenn deine Katze sich viel intensiver als gewohnt putzt, könnte sie unter Hautirritationen (z. B. Flöhe) leiden, die das Haarballrisiko erhöhen.
Solltest du eines oder mehrere dieser Anzeichen bemerken, wende dich umgehend an deinen Tierarzt, damit er deine Katze untersucht. Ultraschall oder Röntgenbilder helfen festzustellen, ob eine Verstopfung vorliegt und wie sie behandelt werden kann.
Tipps zur Vorbeugung von Haarballen: Katzenpflege und Katzenernährung
1. Regelmässiges Bürsten – Durch tägliches Bürsten entfernst du lose Haare, bevor sie deine Katze verschluckt. Bei langhaarigen Rassen (z. B. Perser, Maine Coon) empfiehlt sich eine tägliche Fellpflege mit grobem und feinem Kamm. Bei kurzhaarigen Katzen genügen ein bis zwei Bürstensitzungen pro Woche. Viele Katzen lieben die extra Streicheleinheit, und du stärkst die Bindung zu deinem vierbeinigen Freund.
2. Hochwertige Katzenernährung – Ein ballaststoffreiches Katzenfutter fördert die Bewegung der Haare durch den Darm. Achte auf ein Futter, das für die «Haarballen-Kontrolle» vorgesehen ist. Dein Tierarzt kann dir ein spezielles Diätfutter empfehlen oder dir Tipps geben, wie du die tägliche Ration zusammenstellst. Regelmässige Fütterungszeiten minimieren Blähungen und fördern einen geregelten Stuhlgang.
3. Haarballen-Gels und -Pasten – Spezielle Futtermittelergänzungen – oft auf Mineralölbasis – kannst du ein- bis zweimal wöchentlich in den Napf geben. Diese Pasten helfen, verschluckte Haare auf natürlichem Weg auszuleiten, bevor sie verklumpen. Achte darauf, nur empfohlene Dosierungen zu verwenden und die Verträglichkeit bei deiner Katze zu beobachten.
4. Spiel und Bewegung – Aktive Katzen mit genügend Spielanreizen sind seltener von Haarballen betroffen, weil guter Appetit und geregelte Verdauung die natürliche Ausscheidung von Haaren fördern. Intelligentes Katzenspielzeug (z. B. Bällchen, Federangeln) sorgt dafür, dass deine Katze sich täglich bewegt und ihre Darmtätigkeit angeregt wird.
5. Sauberkeit zu Hause – Halte Böden und Schlafplätze deiner Katze frei von Fusseln, Fäden oder kleinen Gegenständen, die verschluckt werden könnten. Achte darauf, dass deine Katze keinen Zugang zu Wollknäueln, Gummi- oder Plastikteilen hat, die im Darm ernsthafte Verstopfungen verursachen können.
Welche Katzen sind besonders anfällig?
Langhaarige Rassen wie Perserkatzen, Norwegische Waldkatzen oder Main Coon bringen mehr Fell mit als ihre Kurzhaargenossen. Im Fellwechsel, wenn Katzen ihr dichtes Winterfell verlieren, entstehen häufiger Haarballen. Manche Katzenrassen (z. B. Britisch Kurzhaar) neigen dazu, sich besonders intensiv zu putzen. Wenn du in deinem Haushalt mehrere Katzen hältst, kann gegenseitiges Putzen die Haarmenge erhöhen, die jede Katze verschluckt. Regelmässiges Bürsten ist hier entscheidend, um die Fellmenge zu reduzieren.
Wann solltest du deinen Tierarzt aufsuchen?
Auch wenn gelegentliche Haarballen harmlos sind, solltest du zum Tierarzt, wenn:
- deine Katze häufig würgt ohne Erfolg,
- sie lethargisch, apathisch oder verweigernd wirkt,
- sie seit mehr als 24 Stunden keinen Kot absetzt,
- die Häufigkeit der Haarballen plötzlich zunimmt oder das Würgen schmerzhaft wirkt.
Was tun, wenn ein Haarball den Darm verschliesst?
Sollte der Haarball sich nicht von selbst lösen, kann eine Operation nötig werden. Oft reicht jedoch eine medikamentöse Behandlung oder spezielle Paste, die den Haarball aufweicht und eine natürliche Passage begünstigt. Informiere dich über folgende Optionen:
- Magenspülung: In schweren Fällen ist dies der schnellste Weg, um den Haarball zu entfernen.
- Weichmacher und Abführmittel: Kurzfristig eingesetzt, damit der Haarball in den Darm rutscht und dort abgebaut wird.
- Chirurgische Entfernung: Nur bei persistierenden oder grossen Verstopfungen, wenn andere Methoden versagen.
- Wichtig: Bei plötzlicher Appetitlosigkeit, Würgen ohne Erfolg oder starken Schmerzen gilt es, sofort zum Tierarzt zu gehen.
Dein Tierarzt/deine Tierärztin spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit deines Haustiers. Hier findest du eine Tierarztpraxis in deiner Nähe.
FINDE EINE PRAXIS IN DEINER NÄHELangfristige Vorsorge: So macht Haarballen vermeiden Spass
Die meisten Katzenbesitzer empfinden das Erbrechen von Haarballen als störend – doch mit einer konsequenten Katzenpflege kannst du das Risiko deutlich senken. Setze auf:
- Regelmässiges Bürsten – mindestens ein- bis zweimal pro Woche.
- Ballaststoffreiches Katzenfutter – oder spezielles Haarballen-Futter nach Tierarzt-Empfehlung.
- Haarballen-Pasten – ein- bis zweimal wöchentlich je nach Bedarf.
- Ausreichend Bewegung – vermehrte Aktivität fördert den Darmtransport.
- Saubere Raumgestaltung – keine verschluckbaren Kleinteile rumliegen lassen.
So schaffst du einen Alltag, in dem Haarballen kein grosses Thema mehr sind und du deiner Katze die bestmögliche Katzenhygiene bieten kannst.

Fazit
Haarballen gehören leider zum Katzenalltag – vor allem bei langhaarigen Rassen oder im Fellwechsel. Durch gezielte Katzenpflege, eine ballastreiche Katzenernährung und rechtzeitige Vorsorge (Haarballen-Pasten, Tierarztbesuche) kannst du das Risiko deutlich minimieren. Beobachte deine Katze genau auf Unruhe, veränderte Fressgewohnheiten oder vermehrtes Würgen, und handle frühzeitig. Mit diesen Massnahmen bleibt dein Stubentiger gesund, glücklich und frei von lästigen Haarballen!













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