Viele Menschen halten Zecken, Flöhe und andere äussere Parasiten nur für lästig. Doch tatsächlich können sie ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen. Durch ihre Bisse übertragen sie gefährliche Krankheiten, die in einigen Fällen sogar tödlich sein können. Um die Gesundheit unserer Haustiere zu schützen, ist es wichtig, diese Parasiten zu stoppen, bevor sie Schaden anrichten können.
Die wichtigsten äusseren Parasiten
Es gibt viele verschiedene Parasiten, die unsere Haustiere befallen können, aber besonders Zecken und blutsaugende Insekten, auch „Vektoren“ genannt, übertragen gefährliche Krankheiten.
Eine wissenschaftliche Studie beschreibt dies folgendermassen:
Durch Vektoren übertragene Krankheiten bilden eine vielfältige Gruppe von Infektionen, die durch unterschiedlichste Erreger verursacht und von Arthropoden wie Mücken, Flöhen, Zecken oder Sandmücken übertragen werden. Ihre gezielte Behandlung ist sowohl aus human- als auch aus veterinärmedizinischer Sicht von grosser Bedeutung – insbesondere weil viele dieser Erreger auf Menschen und Hunde übertragbar sind, die häufig eng zusammenleben.¹
Zecken: Eine ganzjährige Gefahr
Zecken sind kleine, blutsaugende Spinnentiere, die häufig in grasbewachsenen Waldgebieten zu finden sind, aber auch in städtischen Parks vorkommen. Sie haften sich an Tieren fest, wenn diese durch hohes Gras oder Pflanzen streifen. Zecken können bei Haustieren und Menschen eine Reihe von gefährlichen Krankheiten übertragen, darunter Lyme-Borreliose und Anaplasmose, die zu akutem Fieber führen kann.
Aufgrund steigender Temperaturen sind Zecken inzwischen ganzjährig aktiv und breiten sich in neue Gebiete aus. Um deine Haustiere das ganze Jahr über zu schützen, ist ein kontinuierlicher Schutz wichtig.

Flöhe: Mehr als nur lästig
Flöhe sind flügellose, blutsaugende Insekten, die vor allem bei Hunden, Katzen und kleinen Haustieren verbreitet sind. Sie klammern sich am Fell fest und werden häufig ins Haus getragen – daher stellen sie das ganze Jahr über ein Problem dar. Flöhe können eine allergische Flohdermatitis auslösen, eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Flohspeichel, die starken Juckreiz, Haarausfall und Hautverletzungen verursacht.
Darüber hinaus gelten Flöhe als Überträger der Bartonellose, auch bekannt als Katzenkratzkrankheit. Diese Zoonose kann über Bisse oder Kratzer von infizierten Tieren auch auf den Menschen übergehen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2019 trugen 11 % der in Grossbritannien untersuchten Flöhe Bakterien der Gattung Bartonella, die diese Krankheit auslösen können.² Bartonellose gilt als bedeutende, zunehmend erkannte Infektionskrankheit mit Relevanz für Mensch und Tier.³
Mücken und Sandmücken: Die unsichtbaren Gefährten
Mücken
Mücken sind weltweit ein Ärgernis, besonders in warmen, feuchten Gebieten wie Seen und Sümpfen. Obwohl sie selten mehr als 50 Meilen weit fliegen können, erreichen sie durch menschliche Fracht grosse Entfernungen. Mücken profitieren ebenso wie Zecken von den steigenden Temperaturen. Das wärmer werdende Wetter ermöglicht es ihnen, in ganz Europa aktiver zu werden und Gebiete zu erreichen, die früher zu kühl für sie waren. Verschiedene tropische Arten, wie die Asiatische Tigermücke, verbreiten sich zunehmend in mehreren europäischen Ländern.
Mücken sind berüchtigt dafür, Malaria auf den Menschen zu übertragen, können aber auch Krankheiten wie den Herzwurm auf Hunde und Katzen übertragen. Besonders wichtig ist es, auf die neue Verbreitung der Mückenarten zu achten, die zuvor nur in tropischen Gebieten zu finden waren.
Sandmücken
Die geografische Verbreitung von Sandmücken verändert sich rasant – begünstigt durch klimatische Veränderungen und zunehmende Urbanisierung. Inzwischen sind diese ursprünglich mediterranen Insekten nicht mehr nur in Südeuropa anzutreffen, sondern wurden auch in Teilen Frankreichs, Deutschlands und der Schweiz nachgewiesen.⁴ Aktuelle Karten zur Verbreitung von Phlebotominen-Sandmücken in Europa stellt das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zur Verfügung.⁵ Diese Visualisierungen helfen dabei, das individuelle Risiko besser einzuschätzen – insbesondere für Reisen mit Haustieren oder bei der Einschätzung regionaler Infektionsgefahren.

Wie du dein Haustier vor Parasiten schützt
1. Zeckenbehandlung: Achte darauf, dass dein Haustier das ganze Jahr über mit einem geeigneten Zeckenschutzmittel behandelt wird, um zu verhindern, dass Parasiten Krankheiten übertragen.
2. Haus reinigen: Floheier und -larven können sich in den Ecken deines Hauses verstecken. Regelmässiges Staubsaugen, vor allem unter den Teppichen und Möbeln, hilft, die Parasiten zu entfernen.
3. Bürsten: Bürste dein Haustier regelmässig, um Flöhe und Flohschmutz zu entdecken. Verwende einen Flohkamm und prüfe auf schwarze Flecken, die auf einen Flohbefall hinweisen könnten.
4. Aussenbereiche kontrollieren: Entferne Unrat und halte den Garten sauber, um Zecken und Mücken zu vermeiden.
Fazit
Die Bedrohung durch Parasiten wächst durch steigende Temperaturen und Urbanisierung. Der beste Schritt, um dein Haustier zu schützen, ist, regelmässig mit deinem Tierarzt zu sprechen und einen massgeschneiderten Schutzplan zu erstellen.
Dein Tierarzt/deine Tierärztin spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit deines Haustiers. Hier findest du eine Tierarztpraxis in deiner Nähe.
FINDE EINE PRAXIS IN DEINER NÄHEReferences:
1. Dantas-Torres, F. & Otranto, D. (2016). Best Practices for Preventing Vector-Borne Diseases in Dogs and Humans. Trends in Parasitology,32 (1), 43-55. https://parasitesandvectors…
2. Abdullah, S., Helps, C., Tasker, S., Newbury, H., & Wall, R. (2019). Pathogens in fleas collected from cats and dogs: distribution and prevalence in the UK. Parasites & Vectors, 12, Article 71. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1476-4431.2009.00496.x
3. Breitschwerdt, E. B., Maggi, R. G., Chomel, B. B., & Lappin, M. R. (2010). Bartonellosis: An emerging infectious disease of zoonotic importance to animals and human beings. Journal of Veterinary Emergency and Critical Care, 20(1), 8–30. https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-008-1072-8
4. Aspöck, H., Gerersdorfer, T., Formayer, H., & Walochnik, J. (2008). Sand flies and sand fly-borne infections of humans in Central Europe in the light of climate change. Wiener Klinische Wochenschrift, 120(Suppl 4), 24–29. https://doi.org/10.1007/s00…
5. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) & European Food Safety Authority (EFSA). (2021). Phlebotomine sand fly maps. https://www.ecdc.europa.eu/en/disease-vectors/surveillance-and-disease-data/phlebotomine-maps
















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